Vereinschronik des ASV Bruchköbel 1965 e.V.
Nachdem die Gemeinde Bruchköbel die Angelberechtigung am Bärensee für den Angelsportverein Rumpenheim vorzeitig gekündigt hatte, schlossen sich einige Bruchköbeler Mitglieder des Rumpenheimer Vereins zusammen und gründeten den Angelsportverein Bruchköbel. Ihr Ziel war es, die Angelberechtigung für den Bärensee als Bruchköbeler Verein zu erhalten.
Am 6. Oktober 1965 gründeten neun Herren den Angelsportverein Bruchköbel. Sie wählten Walter Schmidt zum Vorsitzenden, Karl Schweizer zum stellvertretenden Vorsitzenden, Hans Krestin zum Schriftführer und Karl Ullrich zum Kassierer. Der Vorstand wurde beauftragt, den Bürgermeister und den Gemeindevorstand von Bruchköbel über die Gründung zu informieren und um die Überlassung des Bärensees als Vereinsgewässer zu bitten, da der Verein noch kein eigenes Gewässer hatte.
Die Gründungsversammlung fand vermutlich in der Gaststätte „Zur Sonne“ statt, die später auch das Vereinslokal des Angelsportvereins Bruchköbel wurde. Bereits zwei Monate nach der Gründung konnte der Verein 25 Mitglieder verzeichnen, allerdings gab es auch zwei Austritte. Es gab offensichtlich viele Angler in Bruchköbel, die Interesse hatten, dem örtlichen Angelverein beizutreten.

Nachdem die Gemeinde Bruchköbel die Bitte des Angelsportvereins Bruchköbel, den Bärensee als Vereinsgewässer zu nutzen, abgelehnt hatte, wandte sich der Verein an die Gemeinde Oberissigheim. Dort stießen sie auf mehr Verständnis, und die Gemeinde stimmte zu, dass der Angelsportverein Bruchköbel im Bereich Kreuzweide bzw. der Wingerte zwei Angelteiche anlegen durfte.
Nach Abschluss der Genehmigungsverfahren und der Sicherstellung der Finanzierung konnte schließlich mit den Arbeiten am unteren Teich begonnen werden. Die Firmen Fa. Schweizer sowie die Fa. Böcher aus Merlau-Mücke bei Gießen waren an der Fertigstellung beteiligt, ebenso wie die Mitglieder des Vereins. 1969 wurde der untere Teich fertiggestellt, mit Wasser befüllt und mit Fischen besetzt, sodass er zum Angeln freigegeben werden konnte.
Dadurch hatte der Angelsportverein Bruchköbel endlich ein eigenes Vereinsgewässer, in dem die Mitglieder ihrem Hobby nachgehen konnten.
Um den Mitgliedern Schutz und Treffpunkt zu bieten, wurde ein Stahlrohrgerüst mit Bespannung als Unterstand auf dem Damm des Teiches errichtet. Bedauerlicherweise erwies sich dieser Unterstand als nicht sturmfest und wurde beim ersten kräftigen Sturm weggeblasen. Günter Erk, der gute Verbindungen in der Baubranche hatte, besorgte daraufhin eine Baubaracke, die fortan als Vereinsheim genutzt wurde. Doch auch dieses Vereinsheim erlitt bald ein unglückliches Schicksal und fiel einem Brand zum Opfer. Die genaue Brandursache blieb ungeklärt, und es gab lediglich Spekulationen darüber.
Bereits 1967, nur ein Jahr nach der Gründung des Vereins, schloss sich der Angelsportverein Bruchköbel dem Verband Hessischer Sportfischer an, der auch als anerkannter Naturschutzverband gilt.
Während dem Rückblick auf die Vereinsgeschichte durch die Studie von Protokollen stieß der Chronist auch auf amüsante Einträge.
Beispielsweise wurde in einem Protokoll der Vorstandssitzung vom 15. April 1968 erwähnt, dass fremde Personen beim Schwarzangeln am Kreuzweiher erwischt wurden. Da es sich um Jugendliche aus angesehenen Familien aus Oberissigheim handelte und der Verein Verhandlungen mit der Gemeinde über die Verpachtung des Hanges führte, entschied man sich gegen eine Anzeige, um mögliche Schwierigkeiten mit der Gemeinde zu vermeiden. Dennoch beschloss der Vorstand, den nächsten Schwarzangler zur Anzeige zu bringen.
Ein weiterer humorvoller Eintrag fand sich in einem Protokoll der Vorstandssitzung vom 7. Mai 1968. Ein Anlieger des Vereinsgeländes beschwerte sich über Beschädigungen des parallel verlaufenden Feldweges und forderte den Bau einer ein Meter hohen Stützmauer im gesamten Teichgelände. Der Vorstand stellte jedoch fest, dass der Feldweg für Personenwagen ohnehin nicht befahrbar war und nur landwirtschaftliche Fahrzeuge für die Beschädigungen verantwortlich waren.




Nach Turbulenzen im Verein wurde 1970 ein neuer Vorstand mit Gerhard Franze als Vorsitzenden und Herbert Czeyka als stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
1971 wurden der „untere“ Teich und der bereits fertiggestellte „obere“ Teich, der von der Firma Böcher aus Merlau-Mücke gebaut wurde, vom Wasserwirtschaftsamt Wiesbaden des damaligen Landkreises Hanau abgenommen. Zur gleichen Zeit wurde das Vereinsgelände erstmals eingezäunt, wobei die Gemeinde Bruchköbel bei der Umsetzung half, indem sie die Bohrungen für die Zaunpfosten durchführte.
Im Jahr 1973 wechselte der Verein sein Vereinslokal von der Gaststätte „Zur Sonne“ zur Gaststätte „Vorm Wald“, möglicherweise aufgrund persönlicher Kontakte. In den Jahren 1974 bis 1976 führte der Verein Verhandlungen mit der Gemeinde Bruchköbel und später mit der Stadt Bruchköbel, um einen Teil des Bärensees als Angelgewässer anzupachten. Diese Bemühungen wurden jedoch endgültig von 1. Stadtrat Herrn Sümmchen mit einem Schreiben vom 1. November 1976 abgelehnt. Die Verpachtung des Bärensees passte nicht mehr in das Konzept eines neuen Campingplatzes am See, der nun unter den Eigenbetrieben der Stadt Bruchköbel stand und nicht mehr als Ansprechpartner in dieser Angelegenheit fungierte.
In den 1970er und 1980er Jahren erlebte der Angelverein mehrere Wechsel in der Vereinsführung. Im Jahr 1974 übernahm Norbert Ginschel den Vorsitz, unterstützt von Artur Penno als stellvertretendem Vorsitzenden. Doch bereits 1976 erfolgte der nächste Wechsel, bei dem Roland Bendel zum Vorsitzenden gewählt wurde, während Norbert Ginschel die Position des stellvertretenden Vorsitzenden übernahm. 1978 wurde Horst Berendt zum Vorsitzenden ernannt, mit Gerhard Franze als stellvertretendem Vorsitzenden. Ein Jahr später, 1979, wurde Alfred Mattern zum neuen Vorsitzenden gewählt, während Gerhard Franze weiterhin den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden innehatte.
Unter der Führung von Hans Laibacher, der 1981 zum neuen Vorsitzenden des Vereines ernannt wurde, wurde das lang geplante Vereinsheim vorangetrieben. Nach der Baugenehmigung wurde das Vereinsheim mit Unterstützung der Vereinsmitglieder zügig errichtet und feierlich am 9. Juni 1984 in Anwesenheit der Verwaltungsspitze der Gemeinde Bruchköbel eröffnet. Dank des Engagements von Hans Laibacher erhielt das Vereinsgelände auch einen Strom- und Wasseranschluss im Vorfeld des Vereinsheimbaus. Udo Neltner übernahm schließlich 1985 die Position des stellvertretenden Vorsitzenden von Gerhard Franze.




1986/87 wurden am Damm des oberen Teiches erstmals Reparaturarbeiten durchgeführt, die eine Entleerung des Teiches erforderten. Die engagierten Vereinsmitglieder führten diese Arbeiten eigenhändig aus, wobei besonders das vorbildliche Engagement des leider verstorbenen Ehrenmitgliedes Leo Kitzmann hervorstach. Hans Laibacher blieb im Gegensatz zu den bisher kurzen Amtszeiten der Vereinsvorsitzenden sechs Jahre in Folge (bis 1987) Vorsitzender des Angelsportvereins Bruchköbel. 1987 übernahm Gerhard Hoffmann das Amt des Vorsitzenden und übte es insgesamt 20 Jahre aus, während Otto Odenwäller die Position des stellvertretenden Vorsitzenden einnahm.
Ab 1987 etablierte sich der alljährliche Flohmarkt auf dem Vereinsgelände als feste und bedeutsame Veranstaltung im Vereinsleben des Angelsportvereins Bruchköbel. Dazu kamen das Fischerfest auf dem Vereinsgelände und die Teilnahme am Weihnachtsmarkt des Handwerker- und Gewerbevereins Bruchköbel. Diese Veranstaltungen wurden nicht nur zu einem festen Teil des Vereinslebens und des Veranstaltungsangebots für die Bürgerinnen und Bürger von Bruchköbel, sondern erwiesen sich auch als wichtige Einnahmequelle für den Verein. Die Erlöse aus diesen Veranstaltungen trugen maßgeblich zur Finanzierung des Vereinsgeländes, der Teichanlagen und des Vereinsheims bei.
1988 fand das erste Freundschaftsangeln mit dem ASC Dudenhofen statt. Aus gesundheitlichen Gründen verzichtete Otto Odenwäller 1989 auf eine Wiederwahl und Hans Laibacher wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Er bekleidete diese Position bis 1995, als Wend Buchholz ihn ablöste und das Amt bis 2005 innehatte. Im Jahr 2005 übernahm Peter Müller das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden, das er bis heute ausübt. 2007 übergab Gerhard Hoffmann nach 20 Jahren als Vorsitzender das Amt an Hans-Jürgen Becker.
In diesem ereignisreichen Jahr musste ein Leck am unteren Deich trockengelegt und die Fische in den oberen Teich umgesiedelt werden, was die Durchführung des Kreisjugendangelns nur an einem Teich ermöglichte. Eine Säuberungsaktion des Krebsbaches führte zur Beseitigung einer großen Menge Müll durch die Jugendabteilung des ASV Bruchköbel. Zudem unternahm der Verein einen beliebten Tagesausflug nach Erfurt und Eisenach, und nach Jahren fand wieder ein Oktoberfest im Vereinsheim statt.
2009 wurde die Teichsanierung des unteren Angelteiches erfolgreich abgeschlossen. Der Landkreis, vertreten durch Landrat Erich Pipa, unterstützte die Maßnahme finanziell. Im selben Jahr erhielt die Jugendabteilung des ASV Bruchköbel eine großzügige Spende vom Lottolädchen Gipner.




Der Angelsportverein Bruchköbel, 1965 e.V., durchlebte in den 50 Jahren seines Bestehens verschiedene Phasen, die von Höhen und Tiefen geprägt waren. Im Jahr 2010 gab Hans-Jürgen Becker aus beruflichen Gründen sein Amt als 1. Vorsitzender ab und Wendelin Klesse wurde sein Nachfolger. Im selben Jahr fand ein erfolgreiches „Schnupper-Angelkurs“ für Kinder im Rahmen der Ferienspiele der Stadt Bruchköbel statt.
2013 besuchte die Bundestagsabgeordnete Frau Dr. Leikert den Verein bei einer Veranstaltung der ASV Jugend. Außerdem wurde erneut ein „Schnupperangeln“ organisiert, diesmal auf Anregung der AWO. Trotz eines erheblichen Sturmschadens an der Grillhütte konnte 2013 das 25-jährige Bestehen der Freundschaft zwischen dem ASC Dudenhofen und dem ASV Bruchköbel gefeiert werden. Im selben Jahr trat Wendelin Klesse als Vorsitzender zurück und Hans-Jürgen Becker übernahm erneut das Amt des Vorsitzenden, das er auch im Jubiläumsjahr innehatte.
Im Jahr 2015 versuchte der Verein, das Vereinsleben durch zwei neue Veranstaltungen attraktiver zu gestalten: Ein Osterfeuer wurde mit warmen Getränken und Würstchen entzündet und das Backfischfest, als Ersatz für das Fischfest, wurde als mehrtägige Veranstaltung auf dem Vereinsgelände durchgeführt.
Die Reparatur- und Sanierungsprojekte der vergangenen Jahre wurden größtenteils aus den Einnahmen der Vereinsveranstaltungen finanziert und teilweise von der Stadt Bruchköbel und dem Main-Kinzig-Kreis bezuschusst. Der Angelsportverein Bruchköbel hat sich heute wieder in ruhigem Fahrwasser wiedergefunden und zählt knapp 90 Mitglieder, die das relativ kleine Vereinsgewässer schätzen.